Ernährungsbedürfnisse von Katzen –
Was Katzen wirklich brauchen
Grundlegende Ernährungsbedürfnisse von Katzen
Katzen sind spezialisierte Fleischfresser, was bedeutet, dass ihre Ernährung überwiegend aus tierischen Bestandteilen bestehen muss. Ihr gesamter Organismus ist speziell darauf ausgelegt, tierische Proteine effizient zu verwerten. Diese besondere Ernährungsweise spiegelt sich in der Anatomie und Physiologie der Katze wider: Ihre Zähne sind ideal geeignet, um Fleisch zu schneiden und zu zerreißen, und ihr Verdauungstrakt ist relativ kurz, was auf die Verarbeitung proteinreicher, leicht verdaulicher Nahrung spezialisiert ist.
Grundlegende Nährstoffe für Katzen
1. Proteine (tierisches Eiweiß)
Katzen benötigen mehr Eiweiß als Hunde, sowohl als Energiequelle als auch für den Zellaufbau. Essenziell sind bestimmte Aminosäuren wie Taurin, Arginin und Methionin, die nur in tierischen Geweben ausreichend vorkommen.
BARF-Quellen: Muskelfleisch (z. B. Huhn, Rind, Kaninchen), Herz, Fisch
2. Fette und Fettsäuren
Fette liefern Energie und enthalten wichtige Fettsäuren wie Arachidonsäure, die Katzen nicht selbst synthetisieren können.
BARF-Quellen: Makrele für Katzen, Geflügelfett, Lachs, Sardinen, tierisches Fett, Ente und Lamm
3. Vitamine & Spurenelemente
Katzen haben einen besonderen Bedarf an Vitamin A und Vitamin D, die sie direkt aus tierischen Quellen aufnehmen müssen. Kalzium und Phosphor sorgen zudem für einen starken Knochenbau.
Besonders wichtig sind:
- Vitamin A – nur aus tierischer Quelle (z. B. Leber) verwertbar
- Vitamin D – Katzen können es nicht über Sonnenlicht bilden (z.B. Lachsöl)
- B-Vitamine – für Nerven, Stoffwechsel, Haut (z.B. Bierhefe)
- Calcium & Phosphor – für Knochen, Zähne und Zellstoffwechsel
- Jod, Zink, Kupfer – essenziell für Schilddrüse, Immunsystem und Blutbildung
4. Wasser
Katzen nehmen von Natur aus wenig Wasser auf. Eine feuchte Nahrung wie BARF hilft, den Wasserbedarf besser zu decken und reduziert dadurch das Risiko von Harnwegsproblemen und Nierenerkrankungen.
BARF-Quellen: Rohfleisch, rohe fleischige Knochen, wasserhaltiges Gemüse (z. B. Zucchini, Kürbis)
Tipp: Es sollte trotzdem immer frisches Trinkwasser bereitstehen.
5. Taurin und weitere Aminosäuren
Taurin ist lebensnotwendig für Katzen. Sie können Taurin ausschließlich über tierische Zutaten aufnehmen. Ein Mangel führt zu:
- Sehstörungen bis zur Erblindung
- Herzmuskelerkrankungen (DCM)
- Fruchtbarkeitsproblemen
- geschwächtem Immunsystem
Taurinquellen im BARF: Herz (Rind, Huhn, Lamm), Muskelfleisch, Muscheln, spezielle Taurin-Ergänzungsmittel
Bedarfsdeckung und Ausgewogenheit – BARF richtig zusammenstellen
Eine ausgewogene BARF-Ration für Katzen sollte sich am natürlichen Beutetier orientieren – also etwa an der Zusammensetzung einer Maus (Verhältnis ca. 83 % Fleisch, 7 % Knochen, 5 % Innereien, 5 % Mageninhalt).
Beispielhafte Verteilung einer Tagesration
- ca. 90–95 % tierischer Anteil
- 50–60 % Muskelfleisch
- 10–15 % Herz
- 5–10 % Leber
- 5 % Niere oder Milz
- 5–7 % rohe fleischige Knochen (z. B. Hühnerhälse, Kalbsbrust)
- ca. 3–5 % pflanzlicher Anteil (gut püriertes Gemüse, kleine Mengen Obst wie Karotte oder Kürbis)
- 1–2 % Zusätze (z. B.: Lachsöl, Seealgenmehl, Eierschalenpulver, Taurin etc.)
Tipp: Vermeide Eigenexperimente ohne Grundwissen. Ein individueller Plan sollte eingehalten werden, besonders bei Jungtieren, trächtigen Katzen oder Erkrankungen.
Notwendige Ergänzungen in der BARF-Fütterung für Katzen
Nicht alle lebenswichtigen Nährstoffe sind in den Grundzutaten automatisch enthalten. Folgende Ergänzungen sind für eine vollwertige Versorgung unerlässlich:
Kalziumquelle
Falls keine oder nur wenige Knochen gefüttert werden, muss Kalzium ersetzt werden.
Alternativen: Eierschalenmehl, Knochenmehl, Algenkalk
Dosierung: ca. 1 g Eierschalenmehl pro 100 g Fleisch
Jodquelle
Jod ist für eine gesunde Schilddrüsenfunktion essenziell und in Fleisch kaum enthalten.
Empfehlung: Seealgenmehl für Katzen (z. B. Ascophyllum nodosum), 2 bis max. 3 mal pro Woche
Achtung: Sehr geringe Dosierungen nötig, z. B. 0,03–0,08 g täglich für eine 4–5 kg Katze. Eine Überdosierung kann zu Schilddrüsenerkrankungen führen.
Taurin
Katzen benötigen Taurin täglich. Selbst bei Herzfütterung reicht der Bedarf oft nicht aus.
Quellen: Rinderherz, Hühnerherz, Muschelfleisch, Taurinpulver für Katzen
Dosierung: ca. 100–200 mg Taurin pro Tag (je nach Gewicht und Futterplan)
Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA)
Wichtig für Haut, Fell, Nervensystem und entzündungshemmende Prozesse.
Quellen: Lachsöl, Dorschleberöl, Krillöl
Dosierung: ca. 0,5 TL pro 4–5 kg Körpergewicht
Vitamin D
Katzen können Vitamin D nicht über die Haut synthetisieren, daher muss es über die Nahrung aufgenommen werden. Insbesondere bei reiner Wohnungshaltung ist eine gut vitaminisierte Ernährung wichtig.
Weitere Mikronährstoffe
Zink, Kupfer, Mangan. Diese Spurenelemente sind in Innereien enthalten, werden aber bei einseitiger Fütterung oder stark wechselnden Rationen häufig nicht bedarfsgerecht gedeckt.
Lösungen: Einzelergänzungen oder speziell abgestimmte Mineralmischungen, z.B. CarniZoo