Bundesländervergleich – Negativ-Rangliste zu Tierversuchen

Allein in den drei Bundesländern Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Berlin findet fast die Hälfte aller Tierversuche in Deutschland statt. Die aktuelle Deutschlandübersicht offenbart, in welchen Bundesländern die meisten Tierversuche stattfinden. Einige Bundesländer geben ihre Zahlen nicht freiwillig an die interessierte Öffentlichkeit heraus, sondern verweisen auf die Bundesstatistik, die jedoch keinen Rückschluss auf den Tierverbrauch der einzelnen Länder zulässt. Dem Ärzteverein liegen die Zahlen aller Bundesländer vor.

Allein in den drei Bundesländern Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Berlin findet fast die Hälfte aller Tierversuche in Deutschland statt. Die aktuelle Deutschlandübersicht offenbart, in welchen Bundesländern die meisten Tierversuche stattfinden. Einige Bundesländer geben ihre Zahlen nicht freiwillig an die interessierte Öffentlichkeit heraus, sondern verweisen auf die Bundesstatistik, die jedoch keinen Rückschluss auf den Tierverbrauch der einzelnen Länder zulässt. Dem Ärzteverein liegen die Zahlen aller Bundesländer vor.

Bundesweit nimmt Baden-Württemberg mit über 560.000 Tieren, was rund 20 % der Gesamtzahl von 2,9 Millionen Tieren entspricht, die Spitzenposition in Sachen grausamer und rückschrittlicher Forschung ein. Unter anderem werden an drei Tübinger Instituten noch immer Hirnversuche an Affen durchgeführt, wie sie in anderen Bundesländern längst nicht mehr gestattet werden, da die Behörden sie als ethisch nicht vertretbar beurteilen. Am Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Gesundheit werden an Ratten Veränderungen im Gehirn bei Essstörungen untersucht. Die Tiere müssen solange hungern, bis sie 45% ihres Gewichts verloren haben. In Freiburg wurde 2008 im Zentrum für Biochemie und Molekulare Zellforschung (ZBMF) ein neues Labor in Betrieb genommen, mit dem die Universität ihre tierexperimentelle Forschung um 20 % ausweitet.

Platz zwei der Negativ-Rangliste belegt nach aktueller Statistik aus 2010 Nordrhein-Westfalen mit über 15 % Tierverbrauch bzw. 440.960 Tieren. Berlin kommt mit gut 13 % bzw. 383.527 Tieren im selben Jahr an dritter Stelle. Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf ist besonders berüchtigt für qualvolle zahnmedizinische Tierversuche an Beaglehunden sowie neurologische Forschung an Ratten. Beispielsweise wird hier an Ratten der Zusammenhang zwischen dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron und Depression getestet. Die Tiere müssen in einem Wasserbassin schwimmen. Eine Ratte, die aufgibt und sich treiben lässt, wird als depressiv gewertet. Das Berliner Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) ist schon jetzt eine der größten tierexperimentellen Einrichtungen Deutschlands. Mit einem aktuell geplanten Laborneubau sollen die Kapazitäten noch weiter erhöht werden.

Mit fast 12 % bzw. 333.729 Tieren liegt Bayern auf dem vierten Platz im Bundesvergleich. Am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) werden bei Ratten durch Stromstöße in das Gehirn epileptische Anfälle ausgelöst, um ein Epilepsiemittel zu testen, das seit über 100 Jahren beim Menschen erfolgreich im Einsatz ist.

Im Jahr 2010 wurden laut Statistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Deutschland fast 2 Millionen Mäuse (69%), mehr als 442.000 Ratten (16%), rund 166.000 Fische (5,8%), etwa 106.000 Vögel, 2.789 Affen, 805 Katzen, 3.004 Hunde und Tiere vieler weiterer Tierarten im Namen der Wissenschaft getötet. Über 4.000 der in Deutschland durchgeführten Tierexperimente sind auf Basis von in Fachzeitschriften veröffentlichten Artikeln in der Datenbank Tierversuche dokumentiert.

Quelle: http:aerzte-gegen-tierversuche.de/infos/statistiken/950-bundeslaendervergleich-negativ-rangliste-zu-tierversuchen.html

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