8 Mythen rund um BARF

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Um das Thema BARF – biologisches, artgerechtes, rohes Futter – ranken sich so einige Vorurteile und Mythen: Zu teuer, zu ungesund oder sogar gefährlich. Was wird der rohen Fütterungsweise nicht alles an den Kopf geworfen. Deshalb geben wir Ihnen einen Überblick, welche der zahlreichen Gerüchte stimmen und welche nicht.

Mythos 1: BARF ist zu teuer

Diese Aussage ist nicht falsch, aber auch nicht gänzlich richtig. Denn um zu entscheiden, ob Barfen teuer ist, muss man es in den Vergleich mit anderen Fütterungsweisen stellen. Es gibt einige Blogs, die das in Bezug auf ihren Hund getan haben und so schreibt zum Beispiel Machanga Burhani in ihrem Blogbeitrag, dass die monatlichen Kosten für BARF vergleichsweise auch nicht höher liegen als bei anderen Ernährungsweisen. Nach ihren Berechnungen liegt Barfen im Mittelfeld zwischen Trockenfutter und Dosenfutter.

Bedenken Sie bei der Geldfrage auf jeden Fall immer auch gleichzeitig, wie gesund und wohltuend die jeweilige Ernährung für Ihre Tiere ist. Natürlich muss es nicht immer das Beste vom Besten sein, jedoch wollen Sie doch auch, dass es Ihrem Liebling gut geht. Das sollte nicht zuvorderst eine Kostenfrage sein.

Mythos 2: Würmer durch Rohfleisch beim Hund

barf rindfleisch

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Die Angst vor dem Wurmbefall der Vierbeiner durch Rohfütterung scheint weit verbreitet. Sie ist jedoch völlig unbegründet, da das Fleisch von Schlachthöfen stammt, die der Lebensmittelkontrolle unterliegen. Das heißt, das Fleisch, welches bei Ihrem Hund im Napf landet, ist bereits vorher auf Krankheitserreger geprüft worden. Falls Sie sich jedoch trotzdem noch unsicher sind, frieren Sie das Fleisch ein, denn spätestens dabei werden die Eier der Würmer (falls vorhanden)abgetötet (Quelle). Viele unserer Produkte stammen beispielsweise von ausgewählten, mit dem Biosiegel zertifizierten Höfen.

Mythos 3: Rohes Fleisch macht Hunde aggressiv

Hund bellend

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Das können wir mit Nachdruck verneinen. Nur weil ein Hund mit rohem Fleisch und auch mal Blut gefüttert wird, heißt das nicht, dass er daraufhin Menschen oder andere Tiere anfällt. Er weiß sehr gut zwischen Beute und Nicht-Beute zu unterscheiden und kehrt nicht plötzlich zu seinen Urinstinkten des Beute-Reißens zurück. In Forumsbeiträgen wird diese These von erfahrenen Barfern auch als komplett lächerlich abgetan (mit Beispielen belegt). Ein Beweis dafür, dass dieser Mythos sicher falsch ist.

Mythos 4: Knochen sind gefährlich

Barf Knochen

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Knochen enthalten wichtiges Calcium, das dem Hund nicht vorenthalten werden sollte. Dass Knochen aber gefährlich für die Vierbeiner sein sollen, ist ein Gerücht, das wohl aus der Angst vor dem Splittern entstanden ist. Der Mythos stimmt jedoch nur bedingt: Gekochte, gegarte oder alte, spröde Knochen können durchaus splittern, rohe und frische bergen hingegen ein sehr geringes Risiko. Wer beim Knochenfüttern Angst um seinen Hund hat, sollte sich in Erinnerung rufen, dass die Vorfahren des Hundes (Wölfe) auch ohne Probleme ihre Beute verspeist haben – mit allem was dazugehört. Der Hund ist also von Natur aus darauf ausgelegt, mit dem rohen Fleisch auch die noch frischen Knochen zu fressen. Wer trotz alledem auf die Knochenfütterung verzichten möchte, sollte auf Alternativen zurückgreifen, die eine ausreichende Calcium-Zufuhr des Hundes gewährleisten.

Mythos 5:gebarfte Tiere bekommen kein Gemüse

Hund Barf Gemüse

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Stimmt nicht! Obst und Gemüse gehören zu einer ausgewogenen Ernährung des Tieres dazu und werden daher auch beim Barfen berücksichtigt (bei uns finden Sie beispielsweise schon fertig aufbereitete Mischungen). Denn es benötigt die in vegetarischer Kost enthaltenen Pflanzeneiweiße. So sollen für den Hund circa 30 Prozent der Tagesration an Futter aus Obst und/oder Gemüse bestehen. Das muss jedoch vorbehandelt werden, um die Verdauung der Kohlenhydrate zu ermöglichen. Pürieren Sie dafür die Früchte und das Gemüse, bevor Sie es an Ihren Hund verfüttern, und verfeinern Sie das Mus mit einem Teelöffel Pflanzenöl (am besten Lein-, Walnuss-, Rapsöl oder auch Fischöl). Die Öle sorgen dafür, dass die Vierbeiner auch die in Obst und Gemüse enthaltenen fettlöslichen Vitamine aufnehmen können.

Geeignete Früchte sind beispielsweise:

  • Äpfel
  • Aprikosen
  • Bananen
  • Beeren

Geeignetes Gemüse ist beispielsweise:

  • Brokkoli
  • Karotten
  • Salat
  • Gurke

Aber Achtung bei Hülsenfrüchten, Kohlpflanzen (außer Brokkoli) und Nachtschattengewächsen (z.B. Paprika, Tomaten)! Sie sind aufgrund einiger enthaltener Säuren zum Rohfüttern nicht geeignet.

Mythos 6: Unterversorgung aufgrund mangelnder Nährstoffe

kranke Katze

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Diesen Mythos haben wir gerade eben widerlegt. Denn neben Fleisch erhalten gebarfte Tiere durch das verfütterte Obst und Gemüse wichtige und vor allem natürliche Nährstoffe. Das ist leider bei den meisten Fertigprodukten nicht der Fall, da diese oft chemisch hergestellte Vitamine und nicht selten auch zu viele davon enthalten. Oder auch Getreide, was Hunde überhaupt nicht verwerten können. Das kann dann  eventuell sogar schädlich für Ihre Lieblinge sein. (Quelle)

Mythos 8: BARF geht auch vegetarisch oder vegan

gemüse schmeckt nicht

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Die Frage, die sich hier zuerst stellt, ist: wieso sollte man Carnivoren (Fleischfresser) fleischlos ernähren? Dabei würde man in ihre Natur eingreifen und sie unnötig durcheinander bringen. Die Antwort auf diesen Mythos lautet also: Nein. Auch wenn der Trend beim Menschen zu vegetarischer und veganer Ernährung geht, ist diese für Katzen oder Hunde schlichtweg nicht geeignet. Sie benötigen wichtige Nährstoffe (wie z.B. Eiweiß), die sie nur über (frisches) Fleisch erhalten.

Mythos 8: BARF können nur Profis

Entgegen aller Stimmen, die dieses Gerücht in die Welt gebracht haben, steht das Wissen erfahrener Barfer. Wir wissen, dass Barf mit geringem Aufwand viel Positives hervorbringen kann: dichteres und glänzenderes Fell, weniger Unverträglichkeiten und Allergien, Einpendeln auf ein Normalgewicht und weniger Appetitlosigkeit. Barf ist eigentlich ganz einfach, schließlich braucht es nur etwas Fleisch, Gemüse, Obst und Getreide. Und solange das abwechslungsreich und in Maßen gefüttert wird, ist ihr Hund oder Ihre Katze glücklich.

Da es bereits so viele gute Ratgeber zum Thema gibt, ist es auch für den Anfänger kein Problem, sein Tier zu barfen. Denn mit der Zeit lernt man schließlich dazu und kann selbst zum Barf-Profi werden! Infos und Tipps finden Sie hier.

 

Fazit: Glauben Sie nicht alles, bevor Sie es nicht selbst ausprobiert haben. Vertrauen Sie lieber auf seriöse Ratgeber und Experten wie uns, dann werden Sie vielleicht bald selbst zum Barf-Profi!