Warum sollte ich meinen Hund barfen? 7 gute Gründe für Barf

Für den Geschäftsführer von Zoobedarf Hitzegrad, Jürgen Hitzegrad, ist es gar nicht so einfach, sich nur einen Grund herauszunehmen, warum Barf die bessere Lösung ist:

Den Hauptgrund für Barf zu definieren ist nicht ganz einfach: Es bringt so viele Vorteile mit sich. Allerdings ist meiner Meinung nach Barf die artgerechteste und damit natürlichste Form der Katzen- und Hundeernährung.

Letztlich bin ich außerdem davon überzeugt, dass mit dem Industriefutter auch viele Krankheiten gekommen sind, was wir tagtäglich erleben. Man stelle sich nur einmal folgendes Szenario vor: Was denken Sie, würde geschehen, wenn Sie Ihre Kinder ausschließlich mit McDonalds ernähren?“st

Doch um nicht beim Allgemeinen zu bleiben, haben wir für Sie die sieben wichtigsten Gründe zusammengestellt, warum Barf die bessere Lösung ist.

Golden Retreiver Hunbd frisst Barf
Ein wichtiger Grund für das Barfen ist die Befriedigung des Kaubedürfnisses

1. Individuelle Rationsgestaltung: Wissen, was wirklich drin ist

In den seltensten Fällen findet man bei Fertigfutter eine sog. offene Deklaration, bei der sämtliche Inhaltsstoffe mit der prozentualen Verteilung genannt werden. Meist wird stattdessen die „halboffene Deklaration“ praktiziert.

Bei dieser Kennzeichnungsart werden Warengruppen zusammengefasst (Beispiel: „Fleisch und tierische Nebenprodukte“) und in der Reihenfolge ihres Gehaltes genannt. Der Kunde kann dann zwar ungefähr abschätzen, welche der Inhaltsstoffe in großer Menge enthalten sind, aber eine realistische Einschätzung, was genau und vor allem in welcher Menge im Futter enthalten ist, kann so nicht stattfinden.

Außerdem dürfen Überbegriffe aus einem Katalog gewählt werden, durch welche für Laien oftmals nicht mehr eindeutig zu erkennen ist, was genau im Futter verarbeitet wurde (Eine ausführliche Erklärung der Sachlage finden Sie hier).

Doch selbst, wenn Sie die Deklaration richtig verstehen, können Sie sich nicht sicher sein, was im Fertigfutter für Ihren Hund enthalten ist. In Fachkreisen hat ein aktueller Artikel der Stiftung Warentest für Aufruhr gesorgt: Viele Futtersorten erwiesen sich im Hinblick auf die Nährstoffversorgung als mangelhaft. Außerdem waren einige der getesteten Produkte falsch deklariert, was vor allem für Allergikerhunde böse enden kann: In „Bozita Happen in Gelee mit Rentier“ fand sich beispielsweise kein einziges Gramm Rentier.

Beim Barfen, der biologisch-artgerechten Rohfütterung, kann das nicht passieren – hier ist dem Tierhalter immer genau bekannt, was letztlich im Futternapf des Hundes landet. Außerdem kann er durch die individuelle Rationsgestaltung genau steuern, welche Nährstoffe in der Mahlzeit in welcher Menge enthalten sind und kann diese gegebenenfalls anpassen.

Die ideale Futterzusammensetzung für einen nierenkranken Hund ist beispielsweise eine komplett andere als für einen jungen, agilen Vierbeiner im Wachstum. Bei der richtigen Zusammensetzung der Mahlzeit hilft Ihnen übrigens gerne unsere Futterberatung unter der Hotline 02151-15407-0.

Hund Barf Ration mit Gemüse
Barfer wissen genau, was letzendlich im Futternapf landet. Gerade für das Management einer Futtermittelallergie ist das vorteilhaft

2. Entscheidungsfreiheit des Besitzers

Beim Barfen ist völlig klar, was im Futter ist – denn die Entscheidungsmacht darüber, was rein kommt, liegt allein bei Ihnen, dem Besitzer.

Da Sie die Rationen beim Barfen selbst zusammenstellen, können Sie frei wählen, was Sie Ihrem Haustier füttern und wissen genau, was und vor allem wie viele der einzelnen Komponenten – Nährstoffe, Proteine und Vitamine – enthalten sind.

Bevorzugen Sie eine getreidefreie Ernährung? Möchten Sie nur rohes Rind verfüttern? Hat Ihr Tier eine Allergie und soll deswegen exotische Fleischsorten im Rahmen der Rohfütterung fressen? Möchten Sie die Versorgung Ihres Tieres mit hochwertigen Ölen oder gesundem Fisch komplettieren? Mit der richtigen Ernährung ist die richtige Zusammenstellung entsprechend dem individuellen Bedarf kein Problem.

Auch über die Herkunft des Fleisches können Sie als Hundehalter beim Barfen frei entscheiden. Viele Barfer legen großen Wert auf eine artgerechte Tierhaltung und denken dabei nicht nur an den eigenen Vierbeiner, sondern auch an dessen Futtertiere.

Ob Sie Ihr rohes Fleisch direkt beim Bauern vor Ort kaufen, beim Schlachthof abholen oder in unserem zertifizierten Barf-Shop bestellen, liegt bei Ihnen. Eine artgerechte Haltung der Futtertiere sollte aber in jedem Fall zu den Qualitätsstandards beim Barfen gehören.

Bei den wenigsten industriell hergestellten Futtern können Sie nachvollziehen, woher das Fleisch stammt.

3. Preistransparenz

Beim Barfen ist es für den Tierhalter wesentlich einfacher, den Überblick über die Kosten zu behalten. Außerdem kann er durch die Auswahl der Zutaten für die Rohfütterung den Preis sehr leicht steuern: Kaufe ich mein Gemüse beim Discounter oder auf dem Wochenmarkt bei den örtlichen Bauern?

Der Vorteil des Barfens liegt aber nicht nur darin, dass die Tierbesitzer den Preis sehr genau steuern können, sondern vor allem darin, dass sie genau wissen, was sie für ihr Geld bekommen: Kaufen Sie im Bioladen, dann sind die Karotten (genau wie alles andere an Gemüse oder Obst natürlich auch) garantiert aus biologischem Anbau.

Beim Fertigfutter ist das dagegen nicht immer so klar. Oftmals enthalten sogar teure Markenprodukte für Tiere Zutaten minderer Qualität, was sich für den Otto-Normalverbraucher nicht nachprüfen lässt.

Nicht selten wird im Trockenfutter zum Beispiel ein großer Prozentsatz Getreide verarbeitet, was unter Fachleuten zumindest umstritten ist. Der Kohlenhydratanteil eines Futters sollte demnach maximal bei 60% liegen, die aber leider oft überschritten werden, weil Getreide billiger als Fleisch ist und daher bei manchen Futterherstellern als beliebter Füllstoff dient. So enthält selbst manches Biohundefutter nur 9% Fleisch – was komplett an den Bedürfnissen des Hundes vorbeigeht.
Wir sehen übrigens bereits einen Kohlenhydratanteil von mehr als 38% als zu hoch an. Unser Haushund hat zwar im Zuge der Evolution vom Wolf auch seinen Verdauungstrakt weiterentwickelt und ist mittlerweile dazu in der Lage Stärke bis zu einem gewissen Anteil zu verdauen, allerdings nicht in der Menge, die üblicherweise in vielen kommerziellen Produkten enthalten ist. Nach über 50 Jahren Erfahrung in der Hundeernährung, empfehlen wir für eine gesunde Fütterung der Tiere einen maximalen Kohlenhydratanteil von 38%.

Deutscher Schäferhund Welpe
Beim Barfen wissen Sie, was Sie für Ihr Geld erhalten

4. Gesunde Zähne

Rohe Knochen sind nicht nur wichtige Phosphor- und Calciumlieferanten, sondern auch die natürliche Zahnbürste des Hundes. Durch das intensive Benagen der Knochen reduziert sich der Zahnstein im Hundemaul – das war schon bei dem Vorfahren unserer Haustiere, dem Wolf, die tägliche Zahnpflege-Routine. Oftmals kann so eine Zahnsanierung in Narkose beim Tierarzt vermieden werden.

Ist der Zahnstein allerdings schon zu massiv – was häufig bei fortgeschrittenem Alter der Fall ist, können Sie mit unserem Zahngesundheits-Produkt „Anibio“ gegen ihn vorgehen. In den meisten Fällen können Sie Ihrem Liebling auf diese Weise noch eine Zanreinigung beim Tierarzt ersparen. Die in „Anibio“ enthaltenen Algen regen die Ausschüttung bestimmter Enzyme im Hundemaul an, die den Zahnstein und Verfärbungen auflösen. Um in Zukunft das Risiko einer Neubildung von Plaque zu verhindern, können Sie das Pulver auch als Prophylaxe weiter unter das Futter mischen und gleichzeitig für eine optimale Zahnhygiene sorgen, die die Fütterung roher Knochen beinhaltet. Verfüttern Sie aber bitte niemals gekochte Knochen – diese werden durch die Erhitzung porös und können dadurch splittern, was zu schlimmen Verletzungen im Verdauungsapparat Ihres Hundes führen kann.

Es kursiert das Gerücht, dass auch Trockenfutter Zahnstein verhindern kann. Betrachtet man allerdings die Hunde beim Fressen, wird klar, dass das nicht stimmen kann. Die meisten Vierbeiner kauen ihr Trockenfutter nicht, sondern schlingen es im Ganzen herunter. Eine Zahnreinigung kann also gar nicht stattfinden, da keine Reibung am Gebiss stattfindet.

So entsteht Zahnstein

Bakterien, Pilze, sowie Futterreste und Zellen der Maulschleimhaut legen sich auf die Zähne und bilden den sog. „Plaque“. Wird dieser nicht regelmäßig entfernt, zum Beispiel durch das Benagen roher Knochen oder mithilfe einer Hundezahnbürste, haften sich an dessen raue Oberfläche Mineralsalze aus dem Hundespeichel an und verhärten die Schicht zum Zahnstein.
Eine besonders zuckerhaltige Hundenahrung fördert das Bakterienwachstum im Maul und somit die Entstehung von Zahnstein.

Barf kann also auf zwei Wegen die Zahngesundheit verbessern: Zum einen enthält eine ausgewogene Barf-Ration viel weniger Zucker als industriell gefertigtes Futter, zum anderen helfen die Knochen bei der natürlichen Selbstreinigung der Zähne.

Dalmatiner mit Stock
BARF sogt für gesunde Zähne und damit für die Erhaltung der Beißkraft und frischen Atem.

5. Den Stoffwechsel entlasten – die Gesundheit steigern

Trockenfutter muss für mehrere Monate haltbar gemacht werden, was in den meisten Fällen durch den Zusatz von Konservierungsmitteln erreicht wird. Diese müssen vom Hundeorganismus verarbeitet werden, was die Leber und Niere belastet. Die Abfallprodukte, die dabei anfallen, können oft nicht ausgeschieden werden und reichern sich im Gewebe des Hundes an. Dies wiederum führt dazu, dass der Vierbeiner zu „hundeln“ anfängt.

Gemeint ist damit der typisch beißende Geruch, den viele Hunde verströmen. Bei der Frischfleischfütterung entfallen auch diese Zusatzstoffe, so dass der Stoffwechsel des Hundes weniger belastet wird. Der ganze Organismus verändert sich im Erscheinungsbild: Der Hund bekommt ein schönes, glänzendes und weiches Fell, der Muskelaufbau wird optimiert, sodass der Hund fester und „runder“ wird, der typische Hundegeruch nimmt ab und nicht zuletzt steigt die Lebenserwartung unseres Vierbeiners, da sich der Stoffwechsel auf seine natürlichen Aufgaben konzentrieren kann.

Durch die individuelle Futtergestaltung und eine dadurch an den jeweiligen Vierbeiner und dessen Alter perfekt angepasste Ration können viele Zivilisationskrankheiten unserer Haustiere vermieden werden, in erster Linie Übergewicht.

Zu dicke Hunde haben ein erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus, für Arthrosen und für Herz-Kreislauferkrankungen, wodurch die Lebenserwartung sinkt. Beim Barfen kann die Energiezufuhr unkompliziert gesteuert werden, sodass es sehr viel leichter ist, Übergewicht zu bekämpfen, den Vierbeiner auf sein Idealgewicht zu bringen und vor allem auch dort zu halten. Kombiniert mit der Entlastung des Stoffwechsels bekommen Sie so einen gesünderen Hund mit einer höheren Lebenserwartung.

6. BARF ist schmackhaft und bietet Abwechslung

Das Nagen an Knochen und das Zerkleinern großer Fleischstücke bringt unseren Hunden nicht nur jede Menge Spaß, sondern befriedigt auch in viel größerem Maß das Kaubedürfnis als Trockenfutter, das meist einfach nur in wenigen Sekunden hinuntergeschlungen wird.

Gerade die Knochenfütterung beschäftigt und lastet die Hunde aus, sodass sie im Umgang viel ausgeglichener sind und eine höhere Auffassungsgabe beim Erlernen neuer Lektionen aufweisen, da sie einfach viel konzentrierter mitarbeiten können.

Außerdem ist BARF sehr schmackhaft und wird von vielen Hunden gegenüber Trockenfutter bevorzugt. Gerade für sonst mäkelige Hunde ist das Barfen also die perfekte Alternative zu herkömmlichem Futter.

7. Auch Katzen können gebarft werden!

In letzter Zeit erreichten uns zahlreiche Zuschriften mit dem Hinweis, dass wir uns beim Thema Barfen doch ein wenig zu sehr auf Hunde fokussieren. Gerne greifen wir die Hinweise auf und widmen unseren Stubentigern gerne einen eigenen Absatz. Klar ist: Auch Katzen können gebarft werden. Schließlich sind Katzen Raubtiere, deren natürliche Nahrung aus einem hohen Anteil rohem Fleisch und Innereien besteht. Bei der Umstellung der Nahrung auf biologisch-artgerechte Rohfütterung wird aber gerade bei Katzen ein gewisses Maß an Sachkenntnis vorausgesetzt. Nicht nur, damit das Verhältnis an Nährstoffen, Proteinen und Mineralstoffen stimmt – sondern auch, damit Ihre Katze das rohe Fleisch überhaupt annimmt.

Was die Katze nicht kennt, das frisst sie nicht. Katzenhalter kennen die Herausforderung, den Tieren neues Futter nahezubringen. Hier ist eine ganze Menge Geduld gefragt! Ergänzen Sie bei der Umstellung der Ernährung am besten tageweise das gewohnte Futter mit rohem Fleisch. Häppchen für Häppchen kann sich die Miez so an die neuen Leckereien im Napf gewöhnen.

Als BARF-Fleisch eignen sich für Hauskatzen alle Fleischsorten – bis auf Schweinefleisch! Hier ist die Gefahr einer fast immer tödlich verlaufenden Infektion mit einem Herpesvirus (Aujeskysche Krankheit) zu groß. Neben Muskelfleisch eignen sich auch Innereien oder rohe Knochen als Ergänzung des Speiseplans für Ihre Katze – und gerne dann und wann etwas Fisch, um die Versorgung des Tieres mit lebenswichtigen Omega-3-Fettsäuren sicherzustellen. Gerne nehmen Stubentiger auch ganze Eintagsküken oder weiße Mäuse an – hier ist aber immer die Frage, ob Herrchen und Frauchen dieses doch sehr naturnahe Leckerchen wirklich verfüttern möchten. Zwar werden Küken wie auch Mäuse von den Katzen mit „Haut und Haar“ verspeist – jedoch ist der Anblick nichts für einen schwachen Magen!

Zuletzt gibt es einen zugegeben etwas menschlichen Aspekt, der für Barf spricht: Wir als Menschen wollen Abwechslung im Speiseplan – wäre es da nicht fair, auch in der Ernährung unseres Hundes dafür zu sorgen?

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