Bautagebuch Juni – 2015-5

Bautagebuch Juni – 2015-5

Nachdem unserem Tiefkühllager das „Innenleben“ inzwischen weitgehend eingehaucht wurde, steht nun die Kältetechnik an. In fünften Teil unseres Bautagebuchs erläutern wir Ihnen heute, welchen Beitrag wir mit der Wahl des richtigen Kältemittels beim Umweltschutz leisten.

Umweltschutz geht uns alle an! Wir von Zoobedarf Hitzegrad wollen unseren Beitrag leisten und reduzieren dank neuem Kältemittel effizient und nachhaltig die Treibhausgas-Emission.

Umweltschutz geht uns alle an! Wir von Zoobedarf Hitzegrad wollen unseren Beitrag leisten und reduzieren dank neuem Kältemittel effizient und nachhaltig die Treibhausgas-Emission.

Das Treibhauspotential von Kältemitteln

Bei Tiefkühlanlagen geht es um zwei Dinge: Zum Einen die Leistung, zum anderen aber auch das sogenannte GWP, das Global Warming Potential bzw. das Treibhauspotential. Im Kyoto-Protokoll 1997 wurde ins Auge gefasst, dass ab 2016 alle Kältemittel verboten werden sollten, die eine GWP-Wert von über 2.500 besitzen. Die EU hat diesen Richtwert schließlich festgelegt – zwischen 2015 und 2020 sollen diese Richtlinien umgesetzt werden.

Das effektivste Kältemittel auf dem Markt ist das R404A, das aber einen GWP von 3.900 aufweist. 2020 soll es aufgrund seines zu hohen GWP in Kälteanlagen verboten werden.

„Unser“ Kältemittel

Bei den Planungen unseres neuen Tiefkühllagers haben wir den „Hitzegrad-Standard“ angelegt und verzichten daher schon jetzt auf das R404A. Stattdessen haben wir uns für das Kältemittel R407F entschieden, das mit einem GWP-Wert von 1800 einen 50% niedrigeren GWP hat als das nächstbeste Mittel. Trotzdem überzeugt es mit einer energetischen Effizienz.

Diese Entscheidung bringt zwar höhere Kosten mit sich, da größere Motoren und eine bessere Isolierung notwendig sind, dennoch wollen wir einen Beitrag leisten, unsere Umwelt zu entlasten. Denn das R407F ist nicht nur nicht-brennbar, sondern vor allem ungiftig und deutlich ozonschonender als andere Kältemittel. Damit über-erfüllen wir schon jetzt die rechtlichen Maßstäbe, die erst ab 2020 gelten.

So sind wir der Zukunft einen Schritt voraus – und wollen auch den größeren Unternehmen mit gutem Beispiel vorangehen, die bislang weiter auf das günstigere, aber weitaus umweltschädlichere R404A setzen.

Die Kältetechnik im neuen Tiefkühlbau: Das Prinzip einer Kompressionskälteanlage

Die Verdampfer sind seit heute eingebaut und sorgen künftig dafür, dass das Kältemittel im Tiefkühlhaus „verdampft“.

Tiefkühlung ist ein komplexer Prozess, der von vielen Faktoren abhängig ist, wie u.a. der Luftfeuchtigkeit, den Außentemperaturen und der Wanddicke.

Vereinfacht erklärt, entzieht der Verdampfer dem Raum die „Wärme“ (Anmerkung: -20 °C im Kühlraum sind im Vergleich zur Verdampfungstemperatur des Kältemittels von -30 °C „warm“). Dabei verdampft das in den Verdampfer eingebrachte Kältemittel bei niedrigen Temperaturen durch die Einwirkung der im Kühlraum vorhandenen Wärme. Das kalte, nun gasförmige Kältemittel wird daraufhin von einem großen Verdichter im Maschinenhaus angesaugt und verdichtet.

Dieser Verdichter steht in einem Maschinenraum. Der Verdichter ist in der gesamten Kälteanlage das Bauteil mit dem größten Energiebedarf (ca. 70%). Durch das Verdichten erhitzt sich das Kältemittelgas bei hohem Druck. Dieses überhitzte Gas wird im Verflüssiger abgekühlt und verflüssigt sich daraufhin wieder. Somit schließt sich der Kreislauf.

Unsere Anlage

Wir haben bei uns zwei Hochleistungsmotoren und vier Verdampfer installiert, die allesamt durch eine hohe Effizienz überzeugen. Zwei Motoren bringen den Vorteil, dass selbst bei dem Ausfall eines Motors der andere Motor das gesamte Tiefkühlhaus bis zu 24 Stunden lang kühlen kann. Normalerweise bleibt die Kälte bei geschlossenen Türen trotz kaputtem Motor nur 6-7 Stunden im Raum, ehe die Ware verdirbt. Fällt ein Motor aus, erhalten wir eine SMS und können uns umgehend um die Reparatur kümmern.

Die-beiden-Kältetechnikmotoren

Unsere beiden Hochleistungsmotoren werden installiert und sind nun schon fast einsatzbereit.

Die Verwirklichung des ganzheitlichen Ansatzes von Zoobedarf Hitzegrad

Wir sind der erste Bio-zertifizierte BARF-Betrieb Deutschlands, unser Versand ist gänzlich CO2-neutral und unsere Energie kommt zu 100% aus Ökostrom – unsere Entscheidung für ein umweltschonendes Kältemittel ist daher nur konsequent und entspricht unserem ganzheitlichen Betriebsansatz, der die Umwelt über die Gewinnmaximierung stellt.

Dazu gehört übrigens auch, dass wir die Arbeitsbedingungen unserer Mitarbeiter stetig verbessern:

Anlieferung-Glastore

Hier kommen von uns beauftragte Glastore, die für deutlich mehr Licht, Luft und Sonne sorgen. Während andere Angestellte in dunklen Hallen bei Neonlicht arbeiten müssen, erfreuen sich unsere Mitarbeiter an Pastelltönen, einem modernen LED-Beleuchtungskonzept und maximalem Sonneneinfall.

Was noch ansteht

Anlieferung-Hitzegrad

Heute morgen wurden die die Glastore, die Feuerschutztüre und unser neues dreistöckiges Schwerlastregalsystem für die Tiefkühlhalle geliefert.

  • Momentan sind wir noch mit der Elektrik beschäftigt.
  • Heute wird zudem die LED-Beleuchtung installiert. Hier stehen noch einmal hohe Kosten an, aber wir sparen so über 70% an Energie im Vergleich zu Neonröhren, so dass sich diese Anschaffung in zwei Jahren amortisiert. Zudem profitieren unsere Arbeiter von Licht, das nicht flackert und durch die höhere Helligkeit auch die Vitamin D-Produktion erhöht.
  • Die letzten Motoren wurden am Montag geliefert und am Dienstag aufgebaut.
  • Heute beginnen wir mit der schrittweisen Kühlung. Zunächst wird das Tiefkühllager auf 15°C temperiert, am 09. Juni senken wir die Temperaturen dann auf 0°C, drei Tage später erreichen wir -20°C und am 15. Juni startet dann die eigentliche Tiefkühlung sowie – wenn alles wie geplant klappt – die Lagerung. Diese schrittweise Temperaturanpassung ist notwendig, damit der frische Betonboden nicht bricht.
  • Außerdem wird heute eine große Feuerschutztür eingebaut und der Durchbruch in unsere Trockenwaren-Halle fertiggestellt – unsere Versandhalle hat damit eine Gesamtlänge von etwa 96 Metern.
  • Wir sind zuversichtlich, dass wir das Tiefkühlhaus bald in Betrieb nehmen können – und stolz, dass wir damit einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, indem wir schon jetzt die Treibhausgas-Emission reduzieren.
Im Moment herrscht Großbetrieb auf unserer Baustelle - und mit jeder Stunde schreitet der Tiefkühllagerbau und der Ausbau der Versandhalle voran.

Im Moment herrscht Großbetrieb auf unserer Baustelle – und mit jeder Stunde schreitet der Tiefkühllagerbau und der Ausbau der Versandhalle voran.

Es klappt nicht immer alles

Stapler

Obwohl wir sehr gut vorankommen, geht auch einmal etwas schief. Hier hat sich unser Stapler nach einem Regentag tief in der Erde festgefahren. Schließlich war auch unser „Rettungstransporter“ in der Erde versunken, so dass unsere Arbeiter beide Fahrzeuge mühsam über Stunden mit Kehrblechen befreien mussten:

Stapler-Befreiung

Das hat viel Zeit und viele Nerven gekostet – aber dank der erfolgreichen Arbeit sind wir noch immer im Plan!

 

Übrigens: Unsere bisherigen Fortschritte können Sie in unseren anderen Bautagebuch-Artikeln verfolgen:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

 

Titelbild: © iStock.com/nakhornkhai, Bild 2-7: © Zoobedarf Hitzegrad