Was ist Barfen? Ernährungstipps und Futterpläne

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Auf diese Frage stoßen Sie, wenn Sie sich über die Möglichkeiten der Ernährung Ihrer Hunde befassen. Der überwiegende Anteil der Hunde wird bis heute mit Fertigprodukten ernährt. Trockenfutter, wie auch das fertig zubereitete Dosenfutter, beinhalten zwar Nährstoffe, spiegeln die natürliche Ernährung von Hunden aber nicht wider. Möchten Sie Ihren Hund artgerecht halten und versorgen, treffen Sie auf Ihrer Recherche unweigerlich auf das Barf. Diese Ernährungsform orientiert sich vollständig an der natürlichen Nahrungszufuhr der Hunde und bildet diese im modernen Umfeld ab. Der Grundsatz ist, dass Sie beim Barfen ausschließlich auf Rohkost zurückgreifen: Rohes Fleisch und rohes Gemüse decken den Hauptbestandteil der Ernährung ab.

Foto: Uschi Dreiucker / pixelio.de

Die Geschichte vom Barfen

Entwickelt wurde das Barf in den USA, wie bereits die Ausschreibung des Wortes Barf vermuten lässt. Ob sich hinter der Abkürzung Barf nun „Born Again Raw Feeders“ oder „Bones And Raw Foods“ verbirgt, ist umstritten, doch geben beide Bezeichnungen die Fütterungsform wider. Im Deutschen wird Barf überwiegend mit „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“ übersetzt. So unterschiedlich, wie die Bezeichnungen der Rohfleischfütterung auch sind, so differenziert sind die Auslegung und das Ausleben vom Barfen. Eines haben dennoch alle Bezeichnungen gemeinsam: Die Ernährung über das Barfen für den Hund besteht niemals ausschließlich aus Rohfleisch, sondern beinhaltet viele weitere Inhaltsstoffe, wie Obst, Gemüse, Knochen und Öle.

Der Hauptbestandteil beim Barfen vom HundWelpen_im_Gras

Der größte Bestandteil in der Ernährung der Hunde ist natürlich das Fleisch. Beim Barf stellt rohes Fleisch gemeinsam mit Knochen und Knorpeln die Grundlage jeder Mahlzeit dar. Das Fleisch ist der Hauptlieferant für Mineralien, Spurenelemente, Eiweiß und Fetten, wobei die Konzentration der Stoffe je nach Fleischart variiert. Ihrem Hund können Sie beim Barfen problemlos Rind, Lamm, Pferd, Ziege, Kaninchen, Wild, Fisch sowie Geflügel und Lamm füttern. Die einzige Ausnahme unter den Fleischsorten ist Schweinefleisch. Da Schwein vom für den Menschen ungefährlichen Aujeszky-Virus befallen sein kann, dürfen Sie Ihrem Hund niemals rohes Schwein verfüttern. Fleisch allein sichert die Ernährung der Hunde jedoch auch beim Barf nicht ab. Knochen runden die Nährstoffversorgung ab und gehören schlichtweg zur Rohfütterung dazu. Knochen und Knorpel sind der Hauptlieferant für Kalzium. Zudem dienen Knochen der Zahngesundheit der Hunde und werden beim Barfen mitunter zur Beschäftigung eingesetzt.

Vorsicht:

Ist Ihr Hund die Knochenfütterung nicht gewohnt, sollten Sie mit kleinen Portionen und dünnen Knochen beginnen. Hühnerhälse und das Brustbein vom Lamm eignen sich zur Eingewöhnung hervorragend. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie Ihrem Hund niemals Röhrenknochen oder Knochen aus zubereitetem, gebratenem oder erhitzten Fleisch reichen. Durch die Wärme splittern die Knochen beim Fressen und können brechen.

Die weiteren Bestandteile beim Barfen

Neben dem Hauptbestandteil beim Barf, dem Fleisch, ernähren Sie Hunde mit Gemüse und Obst. Zum Barfen pürieren Sie die vegetarischen Bestandteile der Mahlzeit. Durch das Pürieren können Hunde die Nährstoffe und Vitamine wesentlich besser aufnehmen und aufspalten. Neben Salat eignen sich Fenchel, Zucchini, Karotten, Gurken, Rucola, Äpfel, Ananas und Bananen als Ballaststofflieferant. Um das Barf abzurunden, können Sie auf Nüsse, Eier und Kräuter zurückgreifen.

Getreide und Milchprodukte? Die Streitfrage

Gehören Getreide und Milchprodukte zum Barfen oder nicht? Recherchieren Sie, werden Sie stets auf diese Streitfrage stoßen – und auf die vielseitigen Meinungen. Grundsätzlich befindet sich Getreide nicht in der natürlichen Ernährung unserer Hunde. Allerdings nehmen selbst Wölfe über ihre Beutetiere Getreide auf – in Form des Mageninhalts. Möchten Sie Ihrem Hund hin und wieder Getreide anbieten, sollten Sie dennoch auf das Mengenverhältnis achten und bedenken, dass gerade Weizen Allergien hervorrufen kann. Stets muss das Getreide gemahlen oder gekocht werden, um überhaupt vom Hund verdaut werden zu können.

Auch Milchprodukte stehen auf der kontrovers diskutierten Liste. In der natürlichen Ernährung unserer Hunde nicht vorkommend, werden Milchprodukte von Hunden dennoch gerne gefressen. Als kleines Leckerchen zwischendurch können Sie Ihrem Hund Ziegenmilch, Frischkäse oder Sauermilch verabreichen, sofern er es verträgt.

Beim Barf entscheidet die Zusammensetzung

Sie sehen, Barf allein ist nicht Fleisch, sondern besteht aus vielen unterschiedlichen rohen Produkten. Bevor Sie den Versuch starten, Ihren Hund ausschließlich zu barfen, sollten Sie sich mit dem Speiseplan auseinandersetzen. Er muss ausgewogen und abwechslungsreich sein, die Zufuhr sämtlicher lebenswichtiger Nährstoffe garantieren und auf Ihren Hund angepasst sein. Haben Sie trotzdem keine Furcht vor der Umstellung auf Barf. Es ist nicht so schwer, wie es eventuell klingt. Sind Sie unsicher, stehen Ihnen für die anfängliche Ernährung nicht nur auf unserer Seite Ratgeber zur Verfügung, Sie haben auch die Möglichkeit, die Nährstoffversorgung von Ihrem Hund mit Supplements zu sichern.

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