Die Futterumstellung auf Barf

Sie haben sich dazu entschlossen, Ihre Hunde fortan mit Barf zu ernähren. Aus der natürlichen Sicht der Fütterung aus betrachtet, wird Ihr Hund die Rohkost nur zu gerne annehmen. Dennoch könnten Sie Probleme erwarten. Insbesondere ältere Hunde, die zeit ihres Lebens nur mit Fertigfutter oder Trockenfutter ernährt wurden, weigern sich teils die Rohkost anzunehmen. Auf dieser Seite möchten wir Sie daher über die Futterumstellung auf Barf beraten und Ihnen Hinweise geben, wie Sie Ihren Hund auf die natürliche Ernährungsform umstellen.

Foto: Rüdiger Knappe / pixelio.de

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Die Hauptfrage: Um welchen Hund handelt es sich?

Bevor Sie auf Barf umsteigen, sollten Sie sich Gedanken über Ihren Hund machen. Handelt es sich um ein junges Tier, das gesund ist und keinerlei Einschränkungen hat? Oder ist Ihr Hund bereits älter, leidet mitunter an Zahnproblemen oder inneren Krankheiten? Grundsätzlich können Sie junge, gesunde Hunde von einem Tag auf den nächsten auf Barf umstellen. Nur die wenigsten jungen Hunde wissen mit der Rohkost nichts anzufangen oder weigern sich, die Fleischstücke aufzunehmen. Allerdings ist es ratsam, den Hund ein wenig hungern zu lassen.

Beispiel
Möchten Sie abends mit Barfen beginnen, sollten Sie die Abendfütterung etwas länger hinauszögern. Füttern Sie nicht um 18 Uhr, sondern warten Sie einige Stunden. Ist Ihr Hund hungrig, wird er das noch ungewohnte Fleisch eher akzeptieren.
Überfordern Sie Ihren Hund zudem nicht. Wir haben Ihnen in unserem Speiseplan Fleisch aufgeführt, welches sich explizit für die Futterumstellung und für junge Hunde eignet. Geflügelgulasch, Rindergulasch und klein geschnittenes Fleisch wird vom Hund meist anstandslos akzeptiert. Diese Fleischsorten können Sie auch älteren Hunden füttern, die aufgrund von Zahnproblemen nicht in der Lage sind, zähe Fleischstücke oder Knochen zu fressen.

Foto: Rüdiger Knappe / pixelio.de

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Die Barf Futterumstellung bei Problemfällen

Die Futtermittelindustrie trickst. In vielen fertigen Futtermitteln sind Geschmacksverstärker und Zucker enthalten, um die Akzeptanz beim Tier zu erhöhen. Beim Barf kann dies anfangs zu Schwierigkeiten führen. Ältere Hunde verweigern mitunter gar rohes Fleisch. Weigert sich Ihr Hund, das Fleisch anzunehmen, sollten Sie nicht verzagen, sondern durchhalten. Stellen Sie die Futterschüssel immer wieder für wenige Minuten hin. Frisst Ihr Hund nicht, nehmen Sie die Schüssel wieder weg. Selbst, wenn Hunde für zwei Tage nichts fressen, sind keine Schäden zu erwarten – sofern Ihr Hund weiterhin trinkt.

Tipp
Mischen Sie unter das Frischfleisch den Saft von gebratenem Fleisch. Auch Hühnerbrühe ist für Hunde schmackhaft und kann bei der Umstellung auf Barf helfen.
Eine andere Möglichkeit, Hunde auf Barf umzustellen, ist das langsame Ausschleichen des Fertigfutters und das damit einhergehende Einschleichen von Frischfleisch. Hierzu ersetzen Sie einen kleinen Teil des Fertigfutters durch eine Portion Barf. Erhöhen Sie den Anteil nach und nach, bis die Mahlzeit nur noch aus Rohkost besteht.

Die Futterumstellung auf Barf bei kranken Hunden

Allgemein ist es ratsam, vorbelastete und alte Hunde mittels der schleichenden Futterumstellung an das Barf zu gewöhnen. Auf diese Weise kann sich der Organismus an die ungewohnte Kost anpassen, ohne mit einem Mal überfordert zu sein. Einen Sonderfall stellen einzig Hunde dar, die unter einer Futtermittelallergie leiden. Stellen Sie fest, dass Ihr Hund immer wieder Durchfall hat oder sich nach der Fütterung bestimmter Futtermittel Juckreiz einstellt? Kann der Tierarzt organische Krankheiten ausschließen, liegt der Verdacht nahe, dass Ihr Hund auf ein Futtermittel allergisch reagiert. Allerdings muss sich die Allergie nicht rein auf eine Fleischsorte beschränken – sie kann ebenso auf Konservierungsstoffen oder Geschmacksverstärkern beruhen. Um einen solchen Hund auf das Barf umzustellen, wird eine Ausschlussdiät empfohlen. Kaufen Sie hierzu Fleisch, das in gewöhnlichen Fertigfuttern nicht enthalten ist.

Empfohlen werden mitunter...
-Pferdefleisch
-Kängurufleisch
-Straußenfleisch
Wichtig ist, dass die Hunde vorab nicht mit dem Fleisch in Berührung kamen. Füttern Sie nun für drei Wochen ausschließlich eine dieser Fleischsorten und achten Sie darauf, ob Ihr Hund Allergiemerkmale zeigt oder sich die Merkmale verbessern. Nun können Sie langsam eine Gemüsesorte unter das Barf mischen und nach und nach eine komplette Barfmahlzeit anbieten.
Achtung
Sobald Hunde wieder allergische Reaktionen zeigen, gehen Sie einen Schritt zurück. Es ist ratsam, dass Sie während der Ausschlussdiät notieren, welche Inhaltsstoffe Sie füttern, um problematische Produkte direkt auszuschließen.
Leidet Ihr Hund an Durchfall, unabhängig von der Art des Fertigfutters? Dann liegt der Verdacht nahe, dass Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker an der Allergie schuld sind. In solchen Fällen können Sie vorerst auf eine Ausschlussdiät verzichten und Ihren Hund direkt auf das Barf umstellen. Schwächt sich die Allergie ab, wissen Sie genau, dass die Unverträglichkeit allein an den Zusatzstoffen lag.
Achtung
Bei Unverträglichkeiten gegen Konservierungsstoffe oder andere Zusatzstoffe im Futter müssen Sie zumeist auf sämtliche unnatürlichen Produkte verzichten. Auch Hundeleckerchen enthalten vielfach Geschmacksverstärker. Belohnen Sie Ihren Hund nun lieber mit getrocknetem Frischfleisch, Knochen oder hin und wieder einem Eintagsküken.

Probleme während der Umstellung

Selten kommt es vor, dass Hunde während der Futterumstellung auf Barf unter Durchfall, Erbrechen oder Verstopfung leiden. Der Organismus muss sich zuerst vollständig auf die Rohkost umstellen. Während im Fertigfutter die Inhaltsstoffe aufgeschlossen sind, ist nun die Verdauung Ihres Hundes wieder in der Pflicht, die Nährstoffe aus dem Fleisch und Gemüse herauszuarbeiten. Halten Sie die Futterumstellung dennoch durch. Sobald sich der Organismus der Hunde an die Rohkost gewöhnt hat, schwächen sich die Symptome ab.

Tipp
Bei schwerwiegenden Problemen suchen Sie bitte den Tierarzt auf. Sie können Ihren Hund während der Umstellung zusätzlich unterstützen, indem Sie ihm Heilerde oder Darmaufbauprodukte aus Heilerde und Moorextrakten geben.
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